11. Persönliche Stellungnahmen zum Thema
|
Marlies Schneeberger
Mobbing – Problematik:
|
|
Konflikte zu erkennen, dies fällt Personen in unserer Berufsgruppe bestimmt
nicht schwer. Sind wir doch geschult und sensibilisiert, Probleme frühzeitig zu
erkennen. Zur selben Zeit drängen sich bereits die ersten Lösungsvorschläge
auf.
Im Arbeitsalltag bieten wir unsere Hilfestellung den zu betreuenden Patienten /
Klienten / Bewohnern ohne zu zögern an. Ihr Wohlergehen liegt uns am
Herzen.
Wir sind ebenfalls in der Lage, Konflikte, Probleme oder bestimmte Mobbing-
Arten im eigenen Arbeitsteam, unter den Berufskolleginnen oder den
Vorgesetzten frühzeitig zu erkennen.
Als Führungsperson ist es meine Pflicht, die bestehende Problematik so früh
|
als möglich anzusprechen.
Als Berufskollegin oder als "Untergebene" versuche ich möglichst, mich nicht
als strategisches Instrument benutzen zu lassen, mich für keine Partei stark zu
machen, meinen eigenen Weg nicht zu verlassen und möglichst nicht die
Augen zu verschliessen. Dabei wächst jedoch von Tag zu Tag mein
Unbehagen, erlebe ich doch eine zunehmende Verunsicherung seitens meiner
Kollegin / meiner Vorgesetzten.
Der eigene Druck wächst und endlich werde ich mir meiner Verantwortung
bewusst. In einem geeigneten Rahmen ergreife ich die Gelegenheit und
thematisiere meinen Konflikt (von dem ich glaubte, er ginge mich nichts an!).
Dabei stellt sich heraus, dass meine Eindrücke nicht einfach Einbildung waren
und es entsteht eine Plattform, welche eine offene Kommunikation ermöglicht.
Dieses Vorgehen bietet für mich eine Möglichkeit, Mobbing keinen Nährboden
zu gewähren. Viel zu oft, wie in meinem beschriebenen Fall, warten wir zu
lange, unser Unbehagen kundzutun. Wir wissen alle, es kostet sehr viel Mut
und Energie, heikle Themen und Situationen anzusprechen.
Mit unserer Projektarbeit ermutige ich all jene, welche sich privat oder an
ihrem Arbeitsplatz schikaniert, unwohl oder ausgegrenzt fühlen, weder
Augen, Ohren noch den Mund zu verschliessen!
Teamprozess während der Projektarbeit:
Unser Gruppenprozess verlief aus meiner Sicht in verschiedenen, nach mir
benannten Phasen:
- Beschnupperungsphase
- Verteidigungsphase
- Kompromissphase
- Strategiephase
Beschnupperungsphase
Der Arbeitsprozess hatte bereits begonnen, als ich dazukam. Ich empfand
mich anfänglich als Eindringling. Eine persönliche Stellungnahme jedes
einzelnen Gruppenmitgliedes war mir sehr wichtig.
Ideen und Vorschläge äusserte ich zu diesem Zeitpunkt eher zaghaft,
wichtiger war mir in diesem Moment das kennen lernen der
Gruppenmitglieder.
Verteidigungsphase
Fünf Personen in einer führenden Position erarbeiten gemeinsam ein Thema.
Fünf Fachpersonen mit individuellem Arbeitsstil – und Methodik. Jede einzelne
Person hat bestimmte Vorstellungen über die Vorgehensweise, über den
Inhalt und das Endprodukt dieser Projektarbeit. Jedes Gruppenmitglied
versucht, seinen Ideen möglichst zu verteidigen und zu gewichten.
Kompromissphase
Wir alle bemerken, dass wir mit der bisherigen Arbeitsmethodik kaum
vorankommen.
Themen gemeinsam zu erarbeiten kostet zu viel Zeit und ehrlicherweise auch
sehr viel Geduld (anfangs diskutierten wir minutenlang über eine bestimmte
Satzstellung). Ich erkenne einmal mehr meine Neigung, auf andere Personen
zu dominant zu wirken und versuche bewusst, auf Kompromisse einzugehen
und zu akzeptieren. Dabei löst sich in mir sehr viel Druck, bin ich mir endlich in
Klaren, dass wir eine Gruppenarbeit und nicht eine Einzelarbeit schreiben.
Strategiephase
Organisierte Arbeitstage, klare Arbeitsabläufe und Auftragsverteilung bringen
uns einen grossen Schritt voran. Mit Spannung und Neugier erwarte ich die
Beiträge jedes einzelnen Teammitgliedes. Die Projektarbeit scheint mir wie ein
Puzzle – viele kleine und grössere Teile ergeben das Endprodukt. Der
kommende Arbeitstag wird inhaltlich vorbesprochen, wir verteilen die
Einzelaufträge.
Ziellauf
Mit zunehmendem, gutem Gefühl erarbeite ich meine letzten Aufträge. Unser
Fototermin am letzten Arbeitstag hat mir sehr viel Spass gemacht. Dem
schwermütigen Thema zum Trotz, kam Humor und Fröhlichkeit nicht zu kurz.
Seit der nach mir benannten Strategiephase, fühle ich mich in unserer Gruppe
wohl. Eine grosse Herausforderung an den Teamprozess wird die
Vorbereitung der Projektarbeitpräsentation werden.
Benjamin Gimmel
|
|
Wie habe ich unsere Arbeit erlebt?
Interessant war für mich vor allem die Gruppendynamik, die sich entwickelt
hat. Man merkte in unserer Gruppe sehr rasch, dass wir alles Leute sind, die
in einer Führungsposition stehen. Wir sind es uns gewohnt uns
durchzusetzen, und so entwickelten sich rasch recht heftige Diskussionen.
Wie habe ich unsere Arbeit erlebt?
Interessant war für mich vor allem die Gruppendynamik, die sich entwickelt
hat. Man merkte in unserer Gruppe sehr rasch, dass wir alles Leute sind, die
in einer Führungsposition stehen. Wir sind es uns gewohnt uns
durchzusetzen, und so entwickelten sich rasch recht heftige
|
Diskussionen.
Wir blieben aber nicht dabei stehen und verhaderten uns nicht in diesen
Diskussionen. Man merkte bald auch, dass wir alle es uns gewohnt sind
zielgerichtet zu arbeiten, Aufgaben zu verteilen und praktisch anzupacken.
Die anstehenden Aufgaben waren rasch verteilt, vieles wurde in Einzelarbeit
vorbereitet und dann im Plenum nur noch überarbeitet. So war unsere
Arbeitsweise trotz der grossen Gruppe mit 5 Mitgliedern sehr effizient und wir
standen nie wirklich unter Zeitdruck.
Auch das Resultat ist für mich sehr erfreulich, ich werde das Merkblatt und die
weiteren Erkenntnisse aus dieser Arbeit sicher auf meiner Wohngruppe
brauchen können. Die Pflegedienstleiterin unserer Institution hat mich sogar
angefragt ob das Merkblatt evtl. im ganzen Betrieb benutzt werden dürfe.
Ornella Mawete-Manca
|
|
Bei dieser Projektarbeit habe ich sehr viel profitiert und dazugelernt. Ich hatte
ein „Aha"-Erlebnis am andern. Es liegt jetzt an mir, das ganze Wissen im
hektischen Arbeitsalltag umzusetzen.
Leider konnte ich nicht von Anfang an voll mit der Arbeitsgruppe mitwirken. In
der ersten Phase war ich krank. Bei meinem Arbeitsplatz hatte ich sehr grosse
Probleme, die mich sehr belasteten. Zum Schluss dieser Arbeit muss ich
jedoch sagen, dass ich den Umständen entsprechend das Beste daraus
gemacht habe und sie sehr gut gelungen ist. Meine Kolleginnen und mein
Kollege zeigten sich sehr einfühlsam, verständnisvoll und hilfsbereit. In diesem
Zusammenhang ein grosses Dankeschön an alle!
|
Ich möchte jetzt noch kurz unsere Gruppendynamik erläutern. Wir haben uns
in der Gruppe von Anfang an gut verstanden. Die Aufgaben waren immer
rasch verteilt. Es war eine sehr gute und effiziente Zusammenarbeit. Ich habe
mich ernst genommen gefühlt und voll akzeptiert trotz meinen Anfangs-
schwierigkeiten.
Katja Wegner
|
|
Es war für mich eine sehr interessante Erfahrung in einem Projektteam kreativ
mitzuarbeiten, da ich bis jetzt noch in keinem Projekt mitgewirkt hatte.
Ich fühlte mich in unserer fünfköpfigen Gruppe sehr wohl, denn es herrschte
permanent eine ausgeglichene Meinungsoffenheit die von jedem einzelnen
sehr respektiert wurde. Die Zusammenarbeit verlief sehr harmonisch und
dadurch sind wir in unserer Arbeit gut vorangekommen gekommen. Die
Arbeitszeit im Team verging wie im Fluge und ich war doch immer überrascht
wie weit wir doch an den einzelnen Projekttagen gekommen sind.
Sehr gut gefiel mir auch unsere Aufgabenverteilung, welche jeder für sich zu
Hause ausgearbeitet hat. Somit konnte wir viel Zeit sparen und an den
|
Projekttagen die uns zur Verfügung standen viel diskutieren und die Arbeiten
auswerten.
Die Projektarbeit stand jetzt aber nicht im Mittelpunkt meines Lebens aber ich
bin sehr froh meinen Beitrag für diese Arbeit leisten zu können und ich freue
mich, dass in so kurzer Zeit eine solch interessante Projektarbeit zustande
gekommen ist.
Barbara Pobitzer
|
|
Mobbing & Machtmissbrauch ist immer zunehmender in sozialen Institutionen
anzutreffen, bedingt hauptsächlich wegen der vielen Frauen in dieser
Berufssparte. Selbst in unserer Institution ist es ein Thema, bzw. mehr ein
Schweigen!
Aufgrund der Erwartungen in meiner Position habe ich mir folgende Ziele
gesetzt:
- als Ansprechpartner richtige Informationen geben zum Thema bzw. zur
Problematik
- Sensibilisierung der Mitarbeiter/Innen und der Vorgesetzten
- Prävention
- mit offenen Augen erkennen und handeln
- Hilfestellung und Wegleiter bei Betroffenheit
|
Erlebnisse, Erfahrungen und Entwicklung in unserer Gruppe
Interessant für mich war der Anfang der Gruppenfindung, wie wir uns suchten
und auch gefunden haben vor allem auch, weil wir mit ähnlichen Problemen
am Arbeitsplatz konfrontiert waren. Schon zu Beginn bemerkte ich, dass es
nicht leicht ist, die Meinung von 5 Führungspersonen auf einen Nenner zu
bringen. Frühzeitig wurde uns jedoch klar, dass unsere Arbeit eine
Gruppenarbeit und keine Einzelarbeit ist. Für neue Meinungen und Vorschläge
waren wir immer offen. Unser Ziel hatten wir stets deutlich vor Augen. Vom
Organisatorischen her gesehen, fand ich gut, dass wir uns die Aufgaben
immer aufgeteilt haben, viel zu Hause erarbeiteten, dadurch viel Zeit ersparten
und nie ins schleudern kamen.
Gespannt bin ich noch auf die Präsentation.
Persönlich habe ich mich sehr gut zurecht gefunden und wohlgefühlt in
unserem 5 köpfigen Team. Jeder Einzelne hat zum guten Gelingen der
Projektarbeit beigetragen. Es war für mich eine wertvolle Erfahrung und
bedanke mich bei meinen KollegenInnen für die lehrreiche Zeit, die ich
während dieser Projektarbeit mit ihnen teilen durfte.
|
|
|
|