HomeÜber UnsGästebuchE - KartenKontakteLinksImpressum
E-Mail an :  Webmaster
Listinus Toplisten
  M E R K B L A T T   I N H A L T S V E R Z E I C H N I S   K A P I T E L :  01    02   03   04   05   06   07   08   09   10   11   12   13   14 

2. Persönliche Situationsanalyse


Marlies Schneeberger

Funktion: Abteilungsleiterin
Arbeitgeber: Lindenhofspital Bern
Fachbereich: Innere Medizin

Seit dem 1. Januar 2000 leite ich eine Station der Schwerpunktabteilung Innere Medizin am Lindenhofspital Bern.
Meine Hauptaufgabe liegt in der Führung, Begleitung, Förderung und Qualifizierung des Pflegepersonals. Dieses besteht aus folgenden Fachpersonen:

21 AKP I DN II
1 DN I
1 FASRK
4 SCHüLERINNEN
3 SR. HILFEN

Glücklicherweise wurde ich bis heute in meiner Funktion als Abteilungsleiterin nie mit einem "Mobbing-Fall", sei dies in eigener Person, oder eines meiner Teammitglieder konfrontiert.
Diese Aussage soll jedoch nicht bedeuten, dass es während meiner Anstellungszeit keine Stolpersteine diesbezüglich gab!
In den letzten zwei Jahren kam es bei den Pflegenden zu zwei nicht ganz freiwilligen Kündigungen. Im ersten Fall konnte sich die betroffene Person mit der Leitung über den Beschäftigungsgrad nicht einigen. Genau ein Jahr später, zeigten sich bei einer neuangestellten Mitarbeiterin grosse, nicht zu übersehende, fachliche Mängel (dies nach einer 10-monatigen, engen Betreuung und Begleitung). Dieser Mitarbeiterin wurde nahegelegt, die Kündigung einzureichen. Diese Aufforderung stiess bei der betroffenen Person, sowie im ganzen Team auf Unverständnis. Das Wort Mobbing wurde nie verbalisiert, doch dieses Thema lag in der Luft.

Bei der Mithilfe an dieser Projektarbeit sehe ich eine Chance, den MitarbeiterInnen meinem näheren Umfeld aufzuzeigen, was Mobbing wirklich ist, welche Erscheinungsformen möglich sind und wie wir vorbeugend wirken können.

Die Auswahl des Projektthemas war anfänglich nicht ganz freiwillig. Meine primär ausgewählte Projektgruppe wurde nach der ersten Sitzung aufgelöst. Dies löste bei mir im ersten Moment Frustration aus, hatte ich mich doch mit dem ausgewählten Thema bereits identifiziert.

In meiner jetzigen Arbeitsgruppe wurde ich jedoch ohne Bedenken aufgenommen, obschon ich sicherlich als Störfaktor dazu kam. Der Arbeitsprozess hatte nämlich schon begonnen.

Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten konnte ich mich jedoch für das aktuelle Thema erwärmen und mit einem positiven Feedback von meinen TeamkollegInnen gelingt es mir nun, engagiert und motiviert meinen Beitrag zu leisten.



Benjamin Gimmel

Wie kam es dazu, dass ich mich für die Projektarbeit zum Thema Mobbing entschieden habe?
Vor einem Jahr wechselte ich im Wohnheim die Stelle, um auf einer anderen Grossgruppe als Gruppenleiter Stv. zu arbeiten.
Nach einiger Zeit musste ich feststellen, dass der Gruppenleiter vor allem die schwächeren MitarbeiterInnen immer wieder schikanierte. Ich befand mich bald in einer schwierigen Situation, denn ich musste mich entscheiden auf welche Seite ich mich stellen wollte. Eine neutrale Position gab es nicht, ohne dabei am Verhalten des Gruppenleiters mitverantwortlich zu werden.
Ich informierte mich deshalb bald über das Thema Mobbing. Es folgten einige schwierige Monate, in denen viele Gespräche mit der Heimleitung, den betroffenen MitarbeiterInnen und dem Gruppenleiter nötig waren. Auch ich musste einiges einstecken, wurde mit dem Vorwurf konfrontiert ich würde den Gruppenleiter mobben.

Nun hat sich die Situation geklärt, auch wenn auf unserer Gruppe noch viel Arbeit ansteht um ein neues Miteinander zu finden.
Am meisten erstaunt hat mich in dieser Zeit immer wieder, wie viel sich einige MitarbeiterInnen durch den Gruppenleiter über Jahre hatten bieten lassen, wie gross die Angst vor ihm bei manchen war und wie schlecht einige über ihre Möglichkeiten und Rechte informiert waren.
Auch erstaunt hat mich in meiner sozialen Berufskarriere oft, wie unbarmherzig wir, das Personal, in unserem Arbeitsalltag miteinander umgehen, wie wenig es braucht, dass jemand nicht mehr erwünscht ist.
Auch in meinem Privatleben wurde ich schon mit dem Thema Mobbing konfrontiert.



Katja Wegner

Ich arbeite seit 3 Jahren als Operationsschwester im Kantonalen Spital Walenstadt. Anfangs hatte ich etwas Mühe mich zu entscheiden, welchem Projektteam ich mich anschliessen sollte. Da die Problematiken im Operationssaal meistens anders als auf der Abteilung sind.
Ich habe mich für dieses Projektteam entschieden, da ich vor 1½ Jahren einen "Mobbing-Fall" in meinem Op-Team hatte. In unserem Team herrschte eine lange Zeit grosses Misstrauen und es ging die Angst um, dass man etwas falsches sagen könnte.
Kommunikativer Stillstand und Vertrauensbruch waren die Folgen dieser Situation und das geschah aus Unwissenheit zum Thema Mobbing. Wir waren uns nicht bewusst, was Mobbing bedeutet und welche Auswirkungen Mobbing in unserem Team hat.
Anhand dieser Situation konnte ich mich mit dem Thema dieser Projektarbeit identifizieren und auf Grund meiner Erfahrung in diesem "Mobbing-Fall" einen guten Beitrag zu dieser Projektarbeit leisten.



Ornella Mawete - Manca

Seit einem Jahr arbeite ich als leitende Hebamme an der Privatklinik Stephanshorn. Bei meinem Vorstellungsgespräch klang alles sehr positiv. Das Einzige, was mir gesagt wurde, dass es ein sehr schwieriges Hebammenteam sei. Ich hatte noch keine Führungserfahrungen und war sehr darauf angewiesen, volle Unterstützung von der PDL zu erhalten. Dies wurde mir auch 100%-ig zugesprochen. Leider erkannte ich bald, dass grosse Probleme und Defizite in der Führung im ganzen Haus herrschten. Ich merkte, dass ich keine Wahl hatte, entweder ich richtete die Entscheidungen - Befehle meines PDL's aus oder ich bekam Probleme. Mir wurde die Rolle einer Marionette aufgetragen was meinen Vorstellungen absolut nicht entsprach. Also suchte ich mit der PDL das Gespräch. Dieses verlief nicht nach meinen Vorstellungen. Ich wusste nicht mehr weiter und ging zu einer neutralen Vertrauensperson. Dieser erzählte ich meine ganze Geschichte. Sie riet mir, dies unbedingt bei der nächst höheren Stelle der Klinik zu deponieren. Dank dieser Person und der Führungsschulung war es mir möglich, die richtigen Schritte einzuleiten.
Dies ist der Grund, warum ich in dieser Projektgruppe mitmachte. Da ich zuvor noch nie mit solch grossen Teamproblemen konfrontiert worden war, kannte ich gezielte Anlaufstellen nicht. Ich glaube, dass es mehr Mobbing gibt als man denkt. Darum ist es sehr wichtig, Anfangssignale zu erkennen und die richtigen Schritte einleiten zu können. Ich hatte Glück, und das Problem wurde ernst genommen bzw. es war schon längere Zeit bekannt. Seit 5 Monaten arbeitet das gesamte Kaderteam zusammen mit einem externen Berater daran, die Zusammenarbeit zu verbessern.



Barbara Pobitzer

Funktion

 

Abteilungsleiterin Akut,
Schwerpunkt Personalansprechspartnerin
Führung, Begleitung, Qualifizierung und Förderung

Name Spital

 

Ospidal Val Müstair

Anzahl Personal

 

35

Besonderheiten

 

- Liegt peripher im östlichsten Teil des Kantons Graubündens und nahe an der italienischen Grenze
- Aufeinandertreffen von versch. Kulturen bzw. Mentalitäten, welche Vor- wie Nachteile mit sich bringen

Probleme

 

- Mangel an offener Kommunikation zwischen den verschiedenen Berufssparten und Leitungsebenen
- Falsche Umgangsformen untereinander
- Anzeichen von beginnendem Mobbing sind erkennbar

Stellungnahme zum Thema

 

Vor Stellenantritt wurde ich noch nie mit Mobbing oder Machtmissbrauch konfrontiert, doch mit der Zeit durchblickte ich die bestehende Problematik. Es gab einige Probleme im Team, die schon lange vorhanden waren, man auch versucht hat sie anzusprechen, doch leider ohne ersichtlichen Erfolg.
Aus diesem Grund habe ich mich für dieses Thema entschlossen, mit dem Ziel meine Vorgesetzten und MitarbeiternInnen nochmals auf die bestehende Problematik hinzuweisen, sie zu sensibilisieren und ihnen gleichzeitig eine Hilfestellung mit dem von uns erarbeiteten Merkblatt zu bieten.
Zusätzlich wurde eine Teamentwicklung organisiert, wo alles zur Sprache kam. Meine Erwartungen sind hoch. Ich möchte dass jeder Einzelne an der bestehenden Problematik arbeitet, so dass sich unser Team auch wieder TEAM nennen kann.

  zurück   Zum Seitenanfang weiter