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9. Umsetzung in die Praxis

9.1.

 

Ausarbeitung des Merkblattes

Wir sind uns ziemlich schnell einig geworden, als praktischen Teil unserer Projektarbeit ein Merkblatt zu erarbeiten.
Dank dem Wunder Internet, von Literatur, Fachzeitschriften und eigenen Erfahrungen, konnten wir rasch eine grosse Anzahl von Informationen zum Thema Mobbing zusammen tragen. Wir hatten auch eine grosse Auswahl an Definitionen von Mobbing, aber wir konnten uns sehr schnell auf eine für uns tragbare Definition einigen.
Weiterhin möchten wir dem Leser des Merkblattes mögliche Erscheinungsformen und Auswirkungen des Mobbing aufzeichnen. Wichtig war uns auch Anhaltspunkte zu geben, an wen man sich wenden kann und wo Betroffene weitere wichtige Informationen erhalten können.

Ziel dieses Merkblattes ist für uns, einen gedanklichen Anstoss zum Thema Mobbing zu geben. Wir wollen konkret darlegen was Mobbing ist, welche möglichen Auswirkungen Mobbing hat und die ersten Anlaufstellen aufzählen wo sich betroffene Mitarbeiter hinwenden und Hilfe erwarten können.

9.2.

 

Ausarbeitung des Fragebogens

Um ein Feedback über unser Merkblatt zu erhalten, erstellten wir einen Fragebogen, der konkret auf unser Merkblatt bezogen ist.
Als erstes war uns wichtig zu erfahren, ob unser Merkblatt überhaupt eine Hilfestellung allgemein bietet. Hierbei wollten wir wissen, ob dieses verständlich geschrieben ist. Für Verbesserungsvorschläge waren wir sehr dankbar. Kann der Leser mit den Informationen über die Adressen, den Beratungsstellen und dem Literaturverzeichnis etwas anfangen und weiss der Leser an wen er sich im ersten Moment wenden kann.

Das Merkblatt haben wir zusammen mit dem Fragebogen an verschiedene Mitarbeiter/Innen in unserem Arbeitsteam verteilt und haben sie nach einer bestimmten Zeit zurückerhalten.

9.3.

 

Merkblatt MOBBING

VORTEILE:
- Kurze, prägnante Informationen
- Gut realisierbar
- Genügend vorhandene Fachliteratur zum Erarbeiten des Merkblattes
- Kurzer Info-Weg
- Kostengünstig
- Quantitative und qualitative Auswertung möglich
- Präsent
- Nachhaltig
- Praktische Handhabung (liegt auf Abteilung auf, jederzeit zugänglich)

BEFüRCHTUNGEN:
- Schon wieder ein Merkblatt
- Sind alle wichtigen Informationen enthalten
- In verständlicher Ausdruckform verfasst
- Tiefe Rücklaufquote

Nachfolgend sehen sie das Merkblatt, das wir an unsere MitarbeiterInnen verteilt haben:


Informationen und Hilfestellungen
zum Thema Mobbing

Was ist Mobbing?

 

Mobbing hat viele Gesichter. Mobbing bedeutet, dass eine Person oder eine Gruppe am Arbeitsplatz von gleichgestellten, vorgesetzten oder untergebenen Mitarbeitenden schikaniert, belästigt, beleidigt, ausgegrenzt oder mit kränkenden Arbeitsaufgaben bedacht wird. Die „gemobbten" Personen fühlen sich mit der Zeit unterlegen.

Der Betroffene wird systematisch und zielgerichtet ausgegrenzt. Mobbing ist nie eine einzelne Handlung, sondern ein langer zermürbender Nervenkrieg.

Mobbing ist gerade im Sozial- und Gesundheitsbereich keine Seltenheit.

Eine Umfrage des Kaufmännischen Verbandes Zürich und des Beobachters ergab für die Schweiz, dass Mobbing in öffentlichen Institutionen, Heimen und Spitälern öfters vorkommt als in der Privatwirtschaft.

Einflussfaktoren welche Mobbing begünstigen:

- Schlechtes Betriebsklima
- Keine offene Kommunikation
- usw.

- Fehlende Transparenz
- Unausgesprochene Konflikte

Einige Beispiele von möglichen Erscheinungsformen:

- Verbreiten von Unwahrheiten über den beruflichen Werdegang - Vorenthalten von wichtigen Informationen
- Die Persönlichkeitssphäre einer Person wird missachtet
- Jemand wird systematisch isoliert
- Anliegen und Vorschläge werden ignoriert
- Jemandem werden Fehler angelastet, die andere verursacht haben
- Anschreien oder lautes Schimpfen
- usw.

 

Mögliche Auswirkungen:

 

Mobbing kann psychische und physische Störungen hervorrufen wie z.B. Nervosität, Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Sobald gesundheitliche Störungen auftreten, ist eine ärztliche Konsultation unbedingt angezeigt. Alkohol, Schlaftabletten oder andere Suchtmittel sind keine Lösung! Sprechen Sie Ihre Problematik an. Die körperlichen Symptome können vermutlich rasch stabilisiert werden, aber ebenso

nötig ist wohl eine kompetente beratende Begleitung.

An wen kann ich mich wenden ?

 

Wenn Sie Mobbing-Handlungen oder anderen Machtmissbrauch beobachten, dann suchen Sie als Erstes Unterstützung in Ihrem Kollegenkreis. Reden Sie miteinander über die Vorfälle und zeigen Sie Ihre Bereitschaft, bei konstruktiven Lösungen mitzuhelfen.
Bleibt dies erfolglos, dann wenden Sie sich an Ihre vorgesetzte Person oder an die

Leitung der Personalabteilung. Klären Sie also zuerst ab, ob Sie intern in Ihrem Betrieb Unterstützung bekommen. Vielleicht gibt es eine Ansprechperson für innerbetriebliche Personalprobleme, einen Betriebsarzt oder einen Betriebsrat.
Wenn dies aus irgendwelchen Gründen nicht möglich ist, suchen Sie eine Beratungsperson auf, die auf Mobbing spezialisiert ist, und mit der Sie die Chancen und Risiken beim Vorgehen genau analysieren können.

Ohne fremde Hilfe von aussen gelingt es der betroffenen Person oder Gruppe in der Regel nur selten, den Mobbing-Prozess zu unterbinden und zu einem akzeptablen Normalzustand zurückzukehren.

Adressen: (für das PZM / den Kanton Bern)

Ombudsstelle für Mobbing des PZM
Dr. Stephan Steiner
Neubrückstr. 93
3012 Bern
Tel. + Fax 031 302 55 11








Mobbing-Fachberatungsstelle Schweiz
Psychologische und Juristische Beratungen
Maria Ledergerber
Stürlerstr. 3
3006 Bern
Tel. + Fax 031 352 24 07
E-Mail: maria.ledergerber@freesurf.ch

Mobbing-Zentrale
Präsident: Heinz Hofmann
Fürsprecher
Postfach 438
3065 Bolligen-Station

E-Mail: m.hofmann@dplanet.ch


Internetadressen:
www.mobbing-zentrale.ch

www.mobbing-info.ch

Literatur:

Dick, Ulla: Keine Angst vor Mobbingfallen
Mit schwierigen Situationen im Berufsleben umgehen. 163 S. 2001.
Eichborn, ISBN 3-8218-1696-1

Handbüchlein „Mobbing und psychosozialer Stress – ein Ratgeber gegen Mobbing"
Zu beziehen bei:
SMD Schmid Media Distribution
Erlachstr. 21
3009 Bern
Fax 031 791 39 47


9.4.

 

Auswertung der Fragebögen

Von 106 ausgeteilten Fragebögen in 5 Institutionen kamen 87 retour. Die Auswertung ergab nachstehende Resultate.

Frage 1: Bietet dir unser Merkblatt zum Thema Mobbing Hilfestellung?



Bemerkungen zu Ja:
  • Erklärt den Begriff Mobbing mit einfachen Worten, kurz, klar thematisiert und definiert
  • Mit wenigen Worten auf den Punkt gebracht, kurz, sachlich und informativ
  • Gute Informationsquelle, wenn es mich selber treffen sollte und weil auch Anlaufstelle bzw. Kontaktadressen und Literaturhinweise aufgelistet sind
  • Es ruft einem in Erinnerung, wie wichtig menschlicher Umgang mit Mitarbeitern ist
  • Ein Merkblatt ist eine sehr gute Möglichkeit, um darauf aufmerksam zu machen, wie ernst das Problem ist
  • Um dem Thema wacher zu begegnen und nicht erst wenn es „brennt"
  • Beschreibt einen Weg der zum Ziel führt
Bemerkungen zu Nein:
  • Zu wenig ausführlich, mehr Details wären gut
  • Bei Kontaktadressen immer auch Telefon angeben, denn nicht jeder hat einen Internetanschluss
  • Mehr Erscheinungsformen wären erwünscht
  • Es fehlt der rechtliche Aspekt
Frage 2: Ist dieses Merkblatt für dich in verständlicher Form geschrieben?



Bemerkungen zu Ja:
  • In einfacher und aller verständlicher Form verfasst
  • Kurze und prägnante Beschreibungen
  • Sehr gut illustriert mit passende Bildern
Bemerkungen zu Nein:
  • Einer Person war unsere Zielgruppe unklar
  • Zur Gestaltung auf dem Blatt würde ich umstellen, nicht lehrmässig beginnen, sondern zuerst direkt betroffen machen
  • Müsste das Wort Missbrauch nicht auch in die Definition einfliessen?
  • Evtl. noch ein Wort zur Opfer-Täter Rolle
  • Hinweise für Führungskräfte fehlen
Frage 3: Weisst du an wen du dich wenden kannst, wenn es dich selber betrifft?



Bemerkungen zu Ja:
  • Das Merkblatt beinhaltet klare Angaben zum Vorgehen und welche Stellen zu kontaktieren sind
  • Sicher zuerst an den direkten Vorgesetzten, dann weiterschauen
  • Genügend Kontaktadressen sind vorhanden, gut sind auch die Literaturhinweise
Keine Bemerkungen zu Nein

Zusatzkommentare:
  • Aus Erfahrung kann ich sagen, dass keine Aussenstehende Person die Möglichkeit hat für mich im Geschäft für ein besseres Arbeitsklima zu sorgen
  • Ich habe das Vertrauen in meine Mitarbeiter/Vorgesetze verloren
  • Problematik dabei ist nur, dass es sehr lange geht, bis einem Glauben geschenkt wird und bestehendes mangelndes Vertrauen zu Vorgesetzten
  • Brief erhalten, worin klar erklärt wird, wie schwer es ist, darüber zu sprechen weil einem die Vergangenheit einholt und somit alte Wunden aufreisst

Fazit:

Aus den ersichtlichen Diagrammen schliessen wir, dass unser Merkblatt von der Mehrheit der Befragten positiv bewertet wurde.

Anhand der vielen Rückmeldungen und Reaktionen haben wir festgestellt, dass das Thema Mobbing prägnanter erscheint, als wir es vermutet haben.

Unerwartet viele positive Resonanzen bewegten uns dazu, unser Merkblatt anzupassen und zu ergänzen.

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