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 STAATSWAPPEN
 Internationales Kfz-Kennzeichen
 vietnamesische Kunst:
Urnenartiges Deckel-gefäss aus Thanh Hoa; 10.-12.Jh.

 The lady and The Pagoda.
 Vietnamesisches silber Kunsthandwerk.
 Vietnamesische elfenbein Kunsthandwerk.
 Vietnamesische Keramik.
 Schauspieler in einer traditionellen Opern-Aufführung.
 Eine Statue aus Früchten und Blumen von Süd Vietnam.
 Wasser-Puppentheater
 Holzbilder
 Die einfachen Freuden eines alten Gentlemans
 Ein Flechtwerk Laden





















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Viêtnam

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Fläche: 329 566 km² Einwohner
(1992): 69,7 Mio Hauptstadt:
Hanoi Amtssprache:
Vietnamesisch Nationalfeiertag: 2. September Währung: 1 Dong(D) =
10 Hào = 100 Xu Uhrzeit:
19.°° Hanoi = 12.°° MEZ |
VIÊTNAM, [vi'etnam, viet'nam, viet'na:m],
amtlich Công Hòa Xã Hôi Chu Nghia Viêt Nam
, Sozialist. Rep. Vietnam,
Staat in SO-Asien, an der Ost-Küste der Halbinsel
Hinterindien, grenzt im Norden an China, im Westen an Laos und Kambodscha,
Hauptstadt ist Hanoi. Zu Vietnam gehören auch die Insel Phu Quoc, die Con-Son-Inseln
sowie mehrere andere kleine der Küste vorgelagerte Inseln; Vietnam erhebt auch
Ansprüche auf die Paracelinseln und Spratlyinseln. Amtssprache ist
Vietnamesisch. Währung: 1 Dong(D) = 10 Hilo = 100 Xu. Uhrzeit: 19.°° Hanoi = 12.°° MEZ
S T A A T & R E C H T
Verfassung: Am 15.4.
1992 ist eine neue Verfassung in Kraft getreten, die die Verfassung von 1980 abgelöst hat.
Sie bekräftigt die Monopolstellung der kommunistischen Partei. Der frühere Staatsrat
ist durch einen Präsident ersetzt worden, der als Staatsoberhaupt und
Oberbefehlshaber der Streitkräfte fungiert. Er wird von der Nationalversammlung
(Legislative, 395 für fünf Jahre gewählte Abg.) gewählt. An der Spitze der Regierung steht
der von der Nationalversammlung gewählte MinPräs., dessen Entscheidungsbefugnis
im Vergleich zur abgelösten Verfassung erweitert wurde. Die Verfassung enthält einige wirtschaftliche Freiheitsrechte und Ansätze für marktwirtschaft]. Regeln.
Im Rahmen eines
Einparteiensystems besitzt
die >Dang CongSan Viet-Nam< (>kommunistischen Partei Vietnams<) das polit. Führungsmonopol. Gen. Sekr. des ZK ist seit 1991 Do MUOI (* 1917). Die KP steht an der Spitze der > Vietnamesische Vaterländische Front< (Präs.
: NGUYEN HUU THO, * 1910), die die Regierung
stellt. kommunistischen Massenorganisationen sind. }kommunistische Jugendunion Ho Chi Minh<, >Vietnames. Frauenunion< und der >Allgemeine vietnames.Gewerkschaftsbund<. Das Wappen zeigt
innerhalb zweier goldener Reisgarben auf kreisrundem rotem Grund einen
goldenen fünfzackigen Stern, unter diesem ein gleichfarbenes Zahnrad.
Reisgarben und Zahnrad sind umschlungen von einem roten Band, das am Fuß
der Darstellung den amtlichen Staatsnamen trägt.
Nationalfeiertag ist der
2.September, zur Erinnerung an die Ausrufung der Republik 1945. Verwaltung: V.
ist in 36 Provinzen, drei direkt der Zentralverwaltung unterstellte Städte
(Hanoi, HoChi-Minh-Stadt, früher Saigon, Haiphong) sowie ein Sondergebiet
(Vung Tau-Con Dao) gegliedert. An der Spitze der einzelnen Gliederungen
stehen Volksversammlungen und von diesen ernannte exekutive
Volksausschüsse.
Recht: Das Recht entspricht dem Vorbild sozialist. Staaten.
An der Spitze der Gerichtsorganisation steht der Oberste Volksgerichtshof,
untere Instanzen und Gerichtszweige bilden örtl. Volksgerichte,
Militär und andere Gerichte. Die Amtszeit der vorsitzenden
Richter des Obersten Volksgerichtshofs ist an die Legislaturperiode der
Nationalversammlung gebunden, der gegen-über sie auch verantwortlich sind.
Ferner gibt es ein System von Kontrollorganen, die die Einhaltung der
Gesetze in Staat und Armee überwachen.
Streitkräfte: Die Gesamtstärke der
Wehrpflichtarmee (Dienstzeit i. d. R. 24 Monate) beträgt etwa 857'000 Mann.
Das Heer (700'000 Soldaten) ist in 14 Armeekorps gegliedert, die über
insgesamt 62 Infanterie- und 3 mechanisierte Divisionen, 10
Panzerbrigaden, 15 selbständige Infanterieregimenter sowie zahlreiche
Verbände zur Kampfunterstützung (z. B. Artilleriebrigaden und
Pionierdivisionen) verfügen. Die Marine hat 42000, die Luftwaffe
15000 Mann, die eine selbständige Teilstreitkraft bildende
Luftverteidigung 100'000 Mann. Die Ausrüstung umfaßt im wesentlichen 1300
Kampfpanzer (T-34, T-54/-55, chin. T-59), rund 200 Kampfflugzeuge (Su-17,
-22, MiG-21),7 Fregatten/Korvetten sowie etwa 50 kleine Kampfschiffe.
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L A N D E S N A T U R Landesnatur: Vietnam hat eine Längserstreckung von rund
1750 km. Seine größte Breite erreicht es mit 600 km im Norden, verengt sich
dann im mittleren Abschnitt auf 60 km und weitet sich im Süden nochmals auf 350
km aus. Die Hauptlebensräume sind die Aufschüttungstiefländer, die
Deltas des Roten Flusses im Norden (Tongking, Bac Bo) und des Mekong im Süden
(Cochinchina, Nam Bo), mit den städt. Zentren Hanoi bzw.
Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon). Beide verbindet ein langer, schmaler Küstensaum (Annam,
Trung Bo). Ein Gebirgsvorsprung bei 18° n.Br.
(Annamit.Pforte) bildet die kulturgeographische Grenze zwischen dem chinesisch
geprägten Stammland der Annamiten und den von ihnen später besiedelten
Küstenlandschaften, die sie den Cham und Khmer entrissen haben. Die
Deltatiefländer werden durch Aufschüttungsterrassen, alte Flußarme und natürl.
Flußdämme, hinter denen sich ausgedehnte Rückstausümpfe erstrecken,
gegliedert. Das Tongkingdelta - in enger Nachbarschaft zum Bergland -
wird während der monsunalen Regenzeit von sehr starken,
plötzlichen Überflutungen heimgesucht. Dies erforderte umfangreiche, z. T. schon alte, z.
T. in der Kolonialzeit erweiterte kulturtechnische Bauten für die Sicherung
von Siedlung und Anbau. Das Mekongdelta, dessen Anfang bei Phnom Penh
in Kambodscha liegt, hat dagegen den Vorzug einer natürlichen Regelung
des Hochwasserregimes. Dank der Ausgleichswirkung des Tonle Sap wird es viel weniger
als der Norden von Überflutungen beeinflußt. Unmittelbar über dem Tongkingdelta steigt ein stark gegliedertes Bergland auf, das fast drei Viertel Nord-Vietnams einnimmt; durchschnittlich 1'000-1'500 m ü. M., erreicht es im Fan Si Pan 3'142 m. Weiter südlich verschmälert sich das Bergland und zieht als schmale Küstenkette von Annam bis 11° n. Br ., verbreitert sich dann erneut zu ausgedehnten Plateaus (weithin 500-1'000 m ü. M., im Ngoc Linh 2'598 m). Die durch zahlreiche Gebirgsvorsprünge in einzelne Küstenhöfe gegliederte annamitische Küstenebene verengt sich stellenweise bis auf nur 10
km Breite.
Das Klima ist tropisch-monsunal ; allerdings ist der Wechsel zwischen regenbringendem sommerlichem Südwestmonsun und trockenem winterlichem Nordostmonsun nur im Süden deutlich ausgeprägt. Der Norden erhält auch während der Wintermonate Niederschläge, er wird außerdem von den kühleren nordöstlichen Luftströmungen vom Festland her stärker beeinflußt. So weist Hanoi größere Temperaturschwankungen auf (Januarmittel 17 °C, Julimittel 29,1 °C), Ho-Chi-Minh-Stadt kennt dagegen kaum Abweichungen vom Jahresmittel von 27 °C. Im Mekongdelta und an der südlichen annamitischen Küste fallen jährlich zwischen 1'000 und 2'200 mm Niederschlag, im Tongkingdelta 1'000-1'900 mm. Taifune, die die Ost-Küste von Juni bis November heimsuchen, können Regenmengen von über 3'000 mm bringen. In den Gebirgslagen steigen die jährlichen Niederschläge auf mehr als
4'000 mm.
Die natürliche Vegetation setzt sich in den Gebirgs und Luvlagen vor allem aus tropischen Regenwäldern, in den Leelagen der Becken und Plateaus aus laubabwerfenden Monsunwäldern zusammen. Die Hochlagen der Gebirge im Norden tragen vielfach Nadelwälder, an den Küsten sind
Mangroven verbreitet.
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B E V Ö L K E R U N G
Bevölkerung: Rund. 85% der
Gesamt-Bevölkerung gehören zum Staatsvolk der früher Annamiten genannten Vietnamesen (Kinh). Ihre auf dem Naßreisanbau beruhende Lebensweise machte sie zu ausgesprochenen Tieflandbewohnern. So stehen den übervölkerten Räumen des Tongking- und Mekongdeltas mit Dichtewerten von mehr als 1'000 Einwohner/km² die relativ menschenarmen Bergländer gegenüber. Diese werden überwiegend von nichtvietnamesischen Minderheiten bewohnt, vor allem von Tai (besonders die rund 750'000 Tay, 65'000 Thai, 500'000 Nung), den Vietnamesen verwandten Muong (über 600'000), Yao und Bergstämmen (Montagnards, Moi), die teils Mon-Khmer- (z. B. Bahnar, Chamre, Koho, Sedang, Ma), teils austrones. Sprachen sprechen (z. B. Rhadé, Jarai). Weitere fremde Bevölkerungs-Gruppen sind inmitten der traditionellen Siedlungsgebiete der Vietnamesen ansässig, vor allemdie Cham (100'000 ?), Khmer (rund 650'000) und Chinesen (über 1 Mio., vor allem in und um Ho-Chi-Minh-Stadt). 1979 wurden insgesamt 55 nichtvietnamesische
Nationalitäten gezählt. Noch überwiegt
bei weitem der Anteil der agrar. Bevölkerung; rund 20% der Bevölkerung leben in Städten (1973 in Nord-Vietnam 10%, in Süd-Vietnam 30%). Infolge des Krieges flüchteten bis 1975 40% der Bevölkerung Süd-Vietnams nach Saigon. Nach Kriegsende wurden etwa 1,6 Mio. Einwohner aus den Städten, vor allemaus Saigon, zwangsweise auf das Land in "Neue Wirtschaftszonen" umgesiedelt. Viele flohen bald illegal wieder in die Städte oder ins Ausland, z. T. in kleinen Booten über dasMeer (Boatpeople), anfangs vor allem Chinesen. Heute leben etwa 1,5 Mio. Vietnamesen im Ausland, z. T. in Flüchtlingslagern. Infolge der hohen Geburtenrate (1980-85 jährlich 34,8 %0; Bevölkerungs-Wachstum 1991: 2,1 %) sind rund 44% der Bevölkerung unter 15 Jahre alt (Deutschland: 16%).
Bildung:
Es bestehen allgemeinbildende, unentgeltliche Einheitsschulen, deren Grundstufe fünf Jahre umfaßt (Schulpflicht vom 7.- 11. Lebensjahr).
Die Sekundarstufe ist untergliedert in einen vierjährigen Zyklus (Abschluß der Einheitsschule) und darauf aufbauend eine dreijährige Sekundarstufe, entweder als allgemeinbildende Mittelschule oder als zugleich berufsorientierte Fachmittelschule.
Die Primarstufe hat (1990)
11,4 Mio., die Sekundarstufen I und II haben 524'200 Schüler; daneben bestehen
beruflich-technische Schulen (135'400 Schüler). Die Analphabetenquote beträgt (1990) 12,4%. Die Erwachsenenbildung wird durch Alphabetisierungsprogramme gefördert. Auf Hochschulebene bestehen (1990) 109 Einrichtungen, darunter drei Universitäten;
ein privates College.
Publizistik: Presse: Zeitungen,
Zeitschriften Nachrichtenagenturen und Rundfunk werden vom Ministerium für
Kultur, Information und Sport überwacht, doch sind in letzter Zeit z. T.
Liberalisierungstendenzen zu beobachten. Wichtigste Tageszeitungen sind
das KP-Parteiorgan ,>NhanDan< (>Das Volk<; gegründet 1946; Auflage
300'000) und die Zeitung der Streitkräfte ,>Quan Doi NhanDan<
(>Volksarmee<; gegründet 1950; 100'000), beide Hanoi. In Englisch
erscheint die von der Nachrichtenagentur Vinapress herausgegebene, formell
regierungsunabhängige >Vietnam News< (gegründet 1991). Eigene Zeitungen
geben außerdem die Stadtkomitees von Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt heraus:
>Hanoi Moi< (>Neues Hanoi< ; gegründet 1976; 50'000) und
>Saigon Giai Phong< (>Befreites Saigon<; gegründet 1975; 85'000).
- Nachrichtenwesen: Es gibt die staatliche Nachrichtenagentur
>Viet-Nam News Agency< (VNA, gegründet 1945) und die >Vinapress<
(gegründet 1988), beide Hanoi. - Rundfunk:
Es existieren nur das von Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt aus gesendete Hörfunkprogramm >Stimme Vietnams< und ein zentrales Fernsehprogramm, die beide ebenfalls der Regierung
unterstehen.
Religion: Offizielle Angaben über die Verbreitung einzelner Religionen liegen nicht vor. Traditionell waren vor allem der Mahayana-Buddhismus, außerdem der Konfuzianismus und der Taoismus von Bedeutung. Vor
allem in Süd-Vietnam wurden auch der Katholizismus sowie der Caodaismus einflußreich.
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W I R T S C H A F T
Wirtschaft: Mit der Verfassung von 1992, die unter anderem das Recht auf Privateigentum sichert, werden die 1986 eingeleiteten marktwirtschaftliche Reformen weitergeführt. Trotz drastischer Marktöffnungs-maßnahmen wird die wirtschaftliche Entwicklung vor allem durch das nach wie vor bestehende, 1975 von den USA gegen Vietnam verhängte Handelsembargo gehemmt. Auch der Zerfall der Sowjetunion und damit der Wegfall günstiger Rohstoff- und Maschinenlieferungen sowie die unterentwickelte Infrastruktur verhindern einen raschen wirtschaftliche Aufschwung. Gemessen am Bruttosozialprodukt (BSP) je Einwohner von (1989) 215 US-$ gehört Vietnam zu den ärmsten Ländern der Erde. Die Inflationsrate lag im Zeitraum 1986-88 im Durchschnitt bei jährlich 450%, konnte jedoch in den Jahren 1989-91 auf durchschnittlich 60% gesenkt werden und betrug (1992) 18 %. Der Kurs der Landeswährung ist seit Anfang 1993 gegenüber dem US-$ stabil. Die Auslandsverschuldung in konvertiblen Währungen lag (1990) bei 3,7 Mrd. US-$, die Schulden gegenüber der Sowjetunion beliefen sich auf 9,8 Mrd. Rubel.
Landwirtschaft: Der Agrarsektor, in dem (1990) 72,3% der Erwerbstätigen arbeiteten und der 47% zur Entstehung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) beitrug, ist nach wie vor der bedeutendste Wirtschaftszweig.
Die landwirtschaftliche Fläche umfaßt ( 1984) rund 7 Mio.
ha. Reis (bis zu drei Ernten jährlich) ist das mit Abstand wichtigste Grundnahrungsmittel und wird auf rund 80% der landwirtschaftliche Nutzfläche, vor allem im Mekongdelta, angebaut. Zusätzlich dient der Anbau von Mais, Hirse, Maniok, Bataten, Gemüse und Obst (vor allem
Bananen, Apfelsinen, Ananas) dem Eigenbedarf. Exporterzeugnisse sind in erster Linie Kautschuk, Tee und Kaffee, darüber hinaus Zuckerrohr, Tabak, Jute, Baumwolle, Sojabohnen und Kokosnüsse. Die Viehhaltung spielt eine große Rolle; es dominieren die Schweine-, Büffel- und Rinderzucht (Bestand 1990: 12,2 Mio., 2,9 Mio. und 3,2 Mio.).
Forstwirtschaft: Die Forstzerstörung durch chem.
Kampfmittel während des V.-Kriegs, durch den Bau von Straßen und Siedlungen sowie den Abbau von Bodenschätzen hat die Waldfläche auf (1984) 13,1 Mio. ha reduziert. Der Holzeinschlag belief sich auf (1989) 27,2 Mio.m3, davon rund 88% Brennholz.
Fischerei: Die Erträge der Küsten- und Binnenfischerei beliefen sich nach Schätzungen auf (1989) insgesamt 868'000t; davon waren 30% Süßwasserfische.
Bodenschätze, Energiewirtschaft:
Mineralische Bodenschätze finden sich fast ausschließlich im Norden des Landes. Von größter Wichtigkeit ist Steinkohle, deren Förderung (1990) 4,6 Mio. t betrug. Darüber hinaus werden unter anderem Eisen-, Zinn-, Chrom-, Wolfram- und Manganerze sowie Apatit abgebaut. Seit Ende der 1980er Jahre wird Erdöl gefördert (Fördermenge 1990: 2,7 Mio. t). - Die Energieerzeugung basiert vor allem
auf mit Kohle betriebenen Wärmekraftwerken.
Industrie: Der Industriesektor (einschließlich Bergbau) beschäftigte (1990) rund 14% der Erwerbstätigen (davon Beschäftigtenanteil des verarbeitenden Gewerbes: 11,2%) und erwirtschaftete (1989) rund 27% des BIP. Im Zuge marktwirtschaftliche Reformen stieg die Industrieproduktion (1992) um 16% (1991: 5,3 %) an. Infolge der Rohstoffvorkommen dominieren im Norden die Eisen- und Stahlindustrie, chemische und Baustoffindustrie, während im Süden, dem heute wichtigsten industriellen Zentrum des Landes, das Nahrungsmittel-, Textil- und Kunststoffgewerbe sowie die Elektroindustrie vorherrschen. Hauptindustriestandorte sind Hanoi, Haiphong, Da Nang und Ho-Chi-Minh-Stadt.
Tourismus: 1991 besuchten rund 300'000 ausländische Gäste Vietnam. Landschaftlich reizvoll sind die Bergwelt im Norden sowie die Strände in der Zentralregion und im Süden. weitere touristische Anziehungspunkte bilden die historischen
Sehenswürdigkeiten (Tempelanlagen, Grabbauten).
Außenwirtschaft: Die Außenhandelsbilanz, die seit 1980 durchweg negative Vorzeichen aufwies (Einfuhrwert 1990.2,6 Mrund US-$; Ausfuhrwert: 2,2 Mrund
US-$), erreichte 1992 erstmals wieder einen positiven Saldo. Die wichtigsten Exportprodukte waren (1991) Erdöl, Kohle und Textilien, importiert wurden vor allem
Brenn- und Rohstoffe, Maschinen sowie Konsumgüter. Bedeutendste Handelspartner waren (1991) Singapur, Japan, Hongkong und Frankreich. Der Anteil osteuropäischer Staaten am Außenhandelsvolumen ging von (1990) 50% auf(1991) 14% zurück.
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V E R K E H R
Verkehr: Nach Beendigung
des Vietnam-Kriegs war die Wiederherstellung der Infrastruktur eines der wichtigsten Ziele. Das Straßennetz wurde im Zeitraum 1976-83 von 173'000 km auf 347'000 km erweitert. Die Hauptverkehrsader ist zusammen mit der parallel verlaufenden Küstenstraße die 1'730 km lange Eisenbahnverbindung Hanoi - Ho-Chi-Minh-Stadt. Zu den Nachbarländern gibt es nur wenige Verbindungsstraßen.
Der Transport auf den Binnengewässern, vor allem im Mekongdelta, ist von großer wirtschaftliche Bedeutung.
Wichtigste Überseehäfen sind Haiphong, Da Nang und Ho-Chi-Minh-Stadt. Internationale Flughäfen sind in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt.
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G E S C H I C H T E
F R Ü H Z E I T
Auf dem Gebiet des heutigen Vietnams bestand
im Süden vom 2. bis 6. Jh. das Reich Funan, nördlich anschließend bis
zur Landesmitte vom 2. bis 15.Jh. das von den Cham getragene Reich Champa.
Der Beginn der Geschichte der Vietnamesen ist dagegen schwer zu erfassen.
Sie traten zuerst im N des Landes auf. Ihr Name (älteste Form Lac,
Lac Viet) ist mit der frühesten Bronzekultur SO-Asiens verknüpft, der Dongsonkultur
(1. Jahrtausend v.Chr., Ursprung in Nord-Vietnam), doch reichen
die Wurzeln ihrer Kultur bis in die Jungsteinzeit zurück. Als erster
vietnamesischer Staat gilt das halblegendäre Königreich Van Lang mit Zentrum
im Delta des Roten Flusses (7.-3.Jh. v. Chr., nach der mythischen Überlieferung
im Jahr 2'879 v. Chr. gegründet), für dessen Existenz archäologische Spuren
Anhaltspunkte geben. Gegen Ende der Dongsonkultur entstanden im südchinesischen-nordvietnamesischen
Raum die ersten geschichtlichen Reiche, so Au Lac (um 210-179
v. Chr., Hauptstadt Co Loa, 20 km nördlich von Hanoi) und Nam Viet (chin.
Nanyue, 207-111 v. Chr., Hauptstadt bei Kanton). Diese waren beide von
China unabhängig und gehörten kulturell noch immer der Dongsonkultur an. Au
Lac, von Invasoren aus Süd-China begründet, trat an die Stelle des
Reichs Van Lang und wurde selbst kurz nach 179 v. Chr. von Nam Viet erobert.
Dieses erstreckte sich nun vom Gebiet des heutigen chinesischen Kanton bis
etwa zum heutigen vietnamesischen Da Nang. 111 v. Chr. wurde es von China
annektiert und erhielt den Status einer Provinz. Damit begann die tausendjährige
chinesische Herrschaft über die Vietnamesen, in der es aus Widerstand
gegen eine Assimilierung zu vielen Revolten kam. Nach dem Aufstand
der Schwestern Trung (40-43) wurde die chinesische Herrschaft über die Provinz
direkter ausgeübt. Es folgte die Sinisierung der vietnamesischen Oberschicht
(Einführung der chin. Schrift, des Buddhismus, der konfuzian. Ethik).
679-939 wurden Teile des heutigen Annam und Tongking von China als
Generalprotektorat Annamverwaltet;
Hauptstadt und Sitz des chinesischen Gouverneurs war seit 767 Dai La (La Thanh, Dai La Thanh, an der Stelle des späteren Hanoi).
D A S R E I C H V O N A N N A M
Erst im 10. Jh. gelang es den
Vietnamesen, die Chinesen zu vertreiben und nach einer Zeit von Kämpfen
lokaler Herrscher die verschiedenen vietnamesischen Gebiete zum Reich von Annam
(Reichsname Dai Co Viet, Hauptstadt Hoa Lu, etwa 65 km
südlich von Hanoi) zu vereinigen (968). 972 wurde das Reich von China
anerkannt, bei gleichzeitiger Bestätigung chinesischer Oberhoheit. Aus dem
buddhistischen und taoistischen Klerus wurde ein Beamtenapparat gebildet. Unter der
frühen Dynastie Le (980- 1009) verteidigte das Reich sich gegen China und
griff nach Champa aus. Unter der späten Dynastie Li (Ly, 1009-1225; eine
frühe Lidynastie hatte 542-602 infolge eines Aufstandes regiert) wurde die
Verwaltung zentralisiert (unter anderem Einführung einer festen Rangordnung für
Beamte, von Staatsexamina und einer allgemeinen Wehrpflicht). Die
Herrschaft der Li war auch eine Blütezeit des Buddhismus (Sammlung heiliger
Texte) und der Kunst. Residenz war Thang Long (heute Hanoi). 1069 wurden
die nördlichen Gebiete Champas annektiert; LI THANH TONG ( 1054- 72) nahm den
Titel eines Kaisers von Dai Viet(Reichsname bis 1804) an. Die
folgende Trandynastie (1225-1400) wehrte 1285 und 1288 die Mongolen
(chinesische Yuandynastie) ab. Die reformistische Hodynastie (seit 1400) wurde schon 1406/07 von den Chinesen gestürzt, die
das Land eroberten. Nach ihrer Vertreibung kam die
späte Ledynastie (1428-1788) an die Macht. Ihre lange Herrschaftsperiode, nur im 16. Jh. unterbrochen, wird als goldenes Zeitalter vietnamesischer Kultur und Geschichte angesehen. Außenpolitisch gelang 1471 die
Unterwerfung Champas. Ende des 16. Jh. setzte
der Aufstieg der beiden mächtigen Feudalgeschlechter Trinh und Nguyen ein.
Die Trinh regierten als Reichsverweser, nominell im Auftrag des Kaisers,
den Nordteil des Landes mit der Hauptstadt Thang Long, die Nguyen bauten
den südlichen Teil zu einem unabhängigen Herrschaftsgebiet aus; Hauptstadt war
ab 1687 Phu Xuan (Huê). Die rivalisierenden Familien wurden von europäischen
Großmächten (Portugal, Frankreich) unterstützt. Erst Ende des 18. Jh.
wurde die Zweiteilung des Landes beendet. 1802 besiegte NGUYEN ANH aus dem
Geschlecht Nguyen mit französischer Hilfe die kurzzeitig regierende Dynastie Tay
Son und bestieg als Kaiser GIA LONG (bis 1820) den Thron. Unter ihm dehnte
sich das Reich (Staatsname seit 1804 Viet Nam;Hauptstadt Huê)
erstmals in seiner Geschichte vom Roten Fluß bis zum Mekongdelta aus. Die Politik
seiner Nachfolger führte zur Konfrontation mit Frankreich, das den südlichen Landesteil
bis 1867 eroberte (französische Kolonie Cochinchina). Annam und Tongking wurden 1883/84 zu französischen
Protektoraten und 1887 mit Cochinchina und Kambodscha zur Indochinesischen Union (Indochina) vereint.
K O L O N I A L Z E I T U N D I N D O C H I N A K R I E G
Nach der Niederwerfung des Aufstands von 1908 leitete Frankreich
wirtschaftliche Reformen ein. General-Gouverneur A. SARRAUT führte
den Schulunterricht für Einheimische ein. 1926 erhielten Annam und Tongking
Parlamente mit beratender Funktion. Die Maßnahmen der Kolonialmacht
konnten jedoch das Entstehen einer Unabhängigkeitsbewegung nicht
verhindern. Ihr radikaler Flügel löste den Aufstand von 1930 aus. Nach
dessen blutiger Unterdrückung und der Zerschlagung der von einer schmalen
bürgerlichen Schicht getragenen nationalistischen Gruppen übernahm die von
HO CHI MINH 1930 gegründete KP Indochinas die Führung der
Unabhängigkeitsbewegung.
Nach der Niederlage Frankreichs
im Zweiten Weltkrieg mußte die französische Regierung unter P. PETAIN im September
1940 die japanische Besetzung Tongkings zulassen. 1941 gründete HO CHI
MINH die kommunistisch beherrschte Bewegung Vietminh, VO NGUYEN
GIAP baute deren Guerillaverbände auf. Am 8. 3. 1945 ließ die
japanische Besatzungsmacht, die inzwischen die französiche. Kolonialbehörden in ganz
Indochina entmachtet hatte, die Bildung eines Staates Vietnam aus Tongking, Annam und
Cochinchina unter Kaiser BAO DAI zu.
Nach der Kapitulation Japans (Aug.
1945) setzten die Vietminh BAO DAI am 25.8. 1945 ab und riefen in Hanoi
die Republik Vietnam unter Führung HO CHI MINHS aus. Im Sept. 1945 kehrten die
Franzosen nach Indochina zurück. Ihr Vertrag mit HO CHI MINH (6. 3. 1946)
konnte aber die Meinungsverschiedenheiten über die staatliche Zukunft Vietnams
nicht beseitigen. Am 19./20. 12. 1946 löste die Vietminh-Bewegung in Hanoi
einen blutigen Aufstand aus, der zum Indochinakrieg führte.
1949/50
nahm Frankreich Vietnam als assoziierten souveränen Staat (Hauptstadt Saigon)
in die Französische Union auf. Staatschef wurde BAO DAI.
Während die USA und Großbritannien die Regierung in Saigon anerkannten,
stellten sich die VR China und die Sowjetunion (im Jan. 1950) offiziell
hinter die Regierung unter HO CHI MINH. Seit 1950 gingen die
Vietminh-Verbände immer stärker zur Offensive gegen französiche Stützpunkte über.
Im Frühjahr 1954 konnten sie bei Dien Bien Phu den französischen
Kolonialstreitkräften eine schwere Niederlage zufügen. Auf der Genfer
Indochinakonferenz (Genfer Konferenzen 2) erklärte sich Frankreich zum
Rückzug bereit. Bis zur Abhaltung von Wahlen in ganz Vietnam sollten sich die
kommunistischen Kräfte in eine nördliche, die nichtkommunisten Kräfte in eine südliche
Zone Vietnams zurückziehen. Zwischen beiden Gebieten lag beiderseits des 17.
Breitengrades eine neutrale Zone.
N O R D - V I E T N A M
In der nördlichen Zone baute die Vietminh-Bewegung die Demokratische Republik Vietnam
nach dem Muster der Volksdemokratie auf. An der Spitze der
Vietnamesischen Nationalen Einheitsfront übte die kommunistische Lao Dong ( dt. >Partei
der Vietnamesischen Werktätigen< ) die alleinige Macht aus. HO CHI MINH
wurde Präsident, PHAM VAN DONG Minister Präsident (1955). Noch vor der
kommunistischen Machtergreifung setzte eine Massenflucht von Nordvietnamesen, meist
Bauern und Handwerkern, nach Süden ein. Die Mehrzahl von ihnen waren
Katholiken. Die kommunistische Regierung setzte auch unter Anwendung gewalttätiger Mittel
- eine Bodenreform durch. Unter rigorosem Einsatz von Menschen leitete
sie die Industrialisierung Nord-Vietnams ein und erhielt dabei
umfassende Unterstützung von der VR China und den europäischen Ostblockstaaten, besonders
der Sowjetunion. Zugleich setzte von dieser Seite auch militärische Hilfe ein.
Die Regierung Nord-Vietnams, die sich als einzige legitime Vertreterin gesamtvietnamesischer
Interessen betrachtete, stützte und lenkte von Anfang an die kommunistische
Rebellenbewegung (Vietcong) in der unter dem Schutz der USA in der südlichen
Zone entstandenen Republik Vietnam. In wachsendem Maße sandte die nordvietnamesische
Regierung Truppen über den Ho-Chi-Minh-Pfad in das südliche Vietnam. Im
Zuge der Eskalation des Bürgerkriegs zwischen. Nord- und Süd-Vietnam zu einem internationalen
militärischen Konflikt (Vietnamkrieg) trat die Demokratische Republik Vietnam mehr
und mehr als militärischer Hauptgegner den USA entgegen, die sich auf seiten
der Republik Vietnam im Süden des Landes engagierten. Seit 1965 wurde Nord-Vietnam
durch amerikanische Flächenbombardierungen schwer in Mitleidenschaft gezogen.
Nach langen Bemühungen um die Beilegung des Krieges konnten die Demokratische
Republik Vietnam und die USA 1973 einen Waffenstillstand aushandeln. Im ideologischen
Konflikt zwischen den sowjetischen und chinesischen Kommunisten suchte HO CHI MINH
zuweilen zu vermitteln. Nach seinem Tod (1969) wurde LE DUAN Führer der
Partei, TON DUC THANG (* 1888, t 1980) wurde Staatspräsident.
S Ü D - V I E T N A M
Im Juni 1954 wurde NGO DINH DIEM Minister-Präsident der
Republik Vietnam. Diplomatisch unterstützt von den USA, erkannte seine Regierung die
Vietnam betreffenden Beschlüsse der Genfer Indochinakonferenz nicht an. NGO
DINH DIEM lehnte gesamtvietnamesische Wahlen ab, da er eine kommunistische
Machtübernahme in ganz Vietnam befürchtete. Mit amerikanischer Hilfe baute er einen
nichtkommunistischen Staat auf, in den er die nordvietnamesischen Flüchtlinge
eingliederte. Mit der Unterwerfung der militärisch organisierten Sekten
(1954-55; u. a. Caodai, -.-Caodaismus) gelang ihm zunächst eine Festigung
des südlichen Vietnams als Staat. 1955 setzte er BAO DAI ab, rief die Republik aus
und wurde selbst Staatspräsident. Mit starker waffentechnischer und personeller
Hilfe der USA suchte er seit 1957/58 den Aufstand des Vietcong zu
unterdrücken. Das Ausbleiben einer Bodenreform, die zunehmende Diktatur
NGO DINH DIEMS, Korruption und Nepotismus führten dem Vietcong und seiner
politischen Organisation, der Nationalen Befreiungsfront Süd Vietnams (gegründet 1960),
jedoch ständig Anhänger zu. Die Spannungen zwischen dem katholischen Präsidenten und
den Buddhisten Süd-Vietnams weiteten sich 1963 zu einer Staatskrise aus, als
NGO DINH DIEM die religiösen und politischen Forderungen der Buddhisten
zu unterdrücken suchte. Es kam zu Selbstverbrennungen buddhistischer Mönche
und Nonnen. Am 1.11.1963 stürzte die Armee unter General DUONG VAN MINH
(* 1916) mit Duldung der USA die Regierung Ngo Dinh Diem in einem
blutigen Staatsstreich. Die Verfassung wurde außer Kraft gesetzt. Nach einer
Periode häufig wechselnder Regierungen übernahm am 20.5.1965
ein Offiziersdirektorium die Macht. Staatspräsident wurde NGUYEN VAN THIEU,
Minister-Präsident NGUYEN CAO KY (* 1930; im Amt 1965-67).
Auf Ersuchen Süd-Vietnams
waren die USA 1964/65 direkt in den Krieg eingetreten, um eine kommunistische
Machtübernahme zu verhindern. 1966 kam es unter Führung buddhistischer Mönche
zu regierungsfeindlichen Unruhen, besonders in Huê und Da Nang, an denen sich auch
Teile der Streitkräfte beteiligten. Nach der Verabschiedung einer neuen
Verfassung (1967) suchte NGUYEN VAN THIEU mit Hilfe der USA, bis 1973
Hauptträger des Vietnamkrieges auf Dauer vergeblich (bes. nach 1973) -,
die von ihm geführte Republik Vietnam zu erhalten. Nach ihrem Zusammenbruch
(30. 4. 1975) und der Machtübernahme der von den Vietcong 1969 gebildeten,
von Nord-Vietnam gelenkten Provisorischen Revolutions-Regierung Süd-Vietnams vereinigten sich
1976 Nord- und Süd-Vietnam zur Sozialistischen Republik Vietnam (seit 1977 Mitglied der UNO).
D A S W I E D E R V E R E I N I G T E V I E T N A M
Staatspräsident wurde TON DUC THANG, Minister-Präsident PHAM VAN DONG; Vertreter des
Südens wurden in die Regierung aufgenommen. Im Zuge der gewaltsamen
Revolutionierung der südvietnamesischen Gesellschaft hatte die Provisorische
Revolutions-Regierung Süd-Vietnams bereits 1975 nach ihrer Machtübernahme Amtsträger
und Anhänger der gestürzten Republik Vietnam aus der Verwaltung Süd-Vietnams entfernt
und in Umerziehungslager eingewiesen. Die Kommunistische Partei
Vietnams (KPV), bis 1976 Partei der Vietnames. Werktätigen, geführt von LE
DUAN wurde gemäß der Verfassung der Sozialistischen Republik Vietnam die allein massgebliche
Kraft in ganz Vietnam; die von ihr ausgeübte >Diktatur des Proletariats<
wurde als Grundsatz der politischen Willensbildung in der Verfassung verankert.
Neben der Angleichung des südvietnamesischen Wirtschaftssystems an das von
Nord-Vietnam vorgegebene System der Planwirtschaft sah sich die Regierung vor die Aufgabe
gestellt, den Wiederaufbau der durch den Krieg zerstörten Wirtschaft
einzuleiten und ein Millionenheer von Arbeitslosen, demobilisierten
Soldaten und anderen Entwurzelten wieder einzugliedern; ein
Wirtschaftsembargo der USA erschwerte die Situation zusätzlich. Unter politisch-ideologischen
wie unter wirtschaftspolitischen Aspekten führte die Regierung ein
Umsiedlungsprogramm durch, u. a. die zwangsweise Ansiedlung von über 1 Mio.
Bewohnern Saigons (seit 1976 Ho-Chi-Minh-Stadt) in neuen Wirtschaftszonen.
Hunderttausende Vietnamesen flohen über See ins nichtkommunistische
Ausland (Boat people). lm ideologisch-machtpolitischen Streit
zwischen der VR China und der Sowjetunion stand Vietnam, besonders seit Abschluß des
vietnamesisch-sowjetischen Freundschafts- und Kooperationsvertrags (1978) und dem
Beitritt zum RGW ( 1978), auf sowjetischer Seite. Nach Spannungen mit dem von
den Roten Khmer regierten Kambodscha ließ Vietnam im Dezember 1978 dort Truppen
einmarschieren und setzte Anfang Januar 1979 eine kommunistische Regierung ein.
Die vietnamesischen Besatzungstruppen sahen sich bis zu ihrem Abzug (1989) mit
Guerillaaktionen der Roten Khmer und anderer kambodschanischen
Widerstandsgruppen konfrontiert. Im Februar/März 1979 sowie im April 1984
kam es zu schweren chinesisch-vietnamesischen Grenzkämpfen.
1980 trat eine neue
Verfassung, 1985 eine Währungsreform in Kraft. Nach dem Tode LE DUANS (Juli
1986) wählte der Parteitag im Dezember 1986 NGUYEN VAN LINH zum General-Sekretär der
KPV, der 1991 von DO MUOI (* 1917) abgelöst wurde. 1992 verabschiedete das
Parlament eine Verfassungs-Reform.
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V I E T N A M E S I S C H E S C H R I F T
Bis
zum 13.Jh. existierte in Vietnam nur die chinesische Schrift (chu Han). In Anlehnung
an die chinesischen Schriftzeichen entwickelten Vietnamesen gegen Ende des
13.Jh. eine eigene nationale Schrift (chu Nom), die auf der Grundlage
der vietnamesischen Sprache erarbeitet wurde. Diese beiden Schriftzeichensysteme wurden
bis zum 20.Jh. parallel benutzt. Bereits im 17.Jh. schufen portugiesische Missionare
eine phonetische Transkription, deren Grundlage das lateinische Alphabet bildete.
Diese Schrift (Quoc ngu, Nationalschrift) sollte in erster Linie der
Verbreitung des Katholizismus in Vietnam dienen. Sie wurde jedoch erst 1945
offiziell zur vietnamesischen Sschrift erklärt. Der vietnamesischen Schrift Quoc ngu liegen 26 Buchstaben des latenischen
Alphabets zugrunde, wobei die Buchstaben f, j, w und z nur in
Fremdwörtern und in fremden Eigennamen vorkommen. Zusätzlich enthält das
vietnames. Alphabet die Laute u' und o' sowie diakrit. Zeichen für geschlossene
(z. B. ê) und kurze (z. B. a) Vokale, den Buchstaben d für
einen dentalen Verschlußlaut und elf Buchstabengruppen. Die sechs Silbentöne
werden mit fünf diakrit. Zeichen wiedergegeben (z, B. a ohne
Tonzeichen: gleichmäßig verlaufende Sprechtonlage, à: fallender Ton, á: steigender
Ton, ã: fallend steigender Ton, 'a: unterbrochen steigender Ton, ä: tiefer ebener
Ton), Die vietnamesische Schrift fixiert Silben, keine Wörter. Bei mehrsilbigen Wörtern ist
aus dem Schriftbild nicht erkennbar, welche Silben zu einern Wort gehören.
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V I E T N A M E S I S C H E S P R A C H E
Die genetische
Einordnung der vietnamesischen Schrift ist umstritten. Es existieren vier unterschiedliche Theorien.
A. G. HAUDRJCDURT rechnet das Vietnamesische der Mon-Khmer-Gruppe irn Rahmen der austroasiatischen
Sprachfamilie zu; nach H. MASPÉRO gehört das Vietnamesische zu
den Taisprachen im Rahmen der sinotibet. Sprachfamilie; P. K, BENEDICT erkennt im
Vietnamesischen sowohl Ähnlichkeiten zu den Mon-Khmer- als
auch zu den Taisprachen. Neu dabei ist, daß er beide Sprachgruppen
der austroasiatischen Familie zuordnet. GEORG F. und BARBARA MEIER stellen Vietnamesisch und Muong
als eigene Sprachfamilie dar, da sie keine durchgehenden Ähnlichkeiten mit anderen Sprachen
aufweisen.
Das Vietnamesische ist eine isolierende Sprache, d.h., es gibt keine
Flexion, die Wörter bleiben unverändert. Die Beziehungen der Wörter
und ihre Funktion im Satz sind durch Wortstellung und Funktionswörter
erkennbar. Vietnamesisch gehört zu den monosyllab. Sprachen. Fast jede Silbe hat eine eigene
Bedeutung (Morphem). Es wird jedoch durch Kombination (besonders mit chinesischen Morphemen), Reduplikation
und Iteration ständig neues Wortgut gebildet. Andererseits treten bestimmte phonetische Einheiten
nur noch wortbildend auf. Aus diesen Gründen zeichnet sich eine Überwindung der Einsilbigkeit
des Vietnamesischen gegenwärtig bereits deutlich ab- Die Sprache hat sechs Silbentöne,
die die Aufgabe haben, Bedeutungsunterschiede ansonsten gleicher phonetischer Einheiten (Silben) herzustellen (vietnamesische Schrift).
Das Vietnamesische weist drei Dialekte auf. den nördlichen, den zentralen
und den südlichen. Hinsichtlich Phonetik, Lexik und Grammatik liegt der
einheitlichen Nationalsprache der Norddialekt zugrunde (Zentrum Hanoi). Bis zum 20.Jh.
wurden in Vietnam das Chinesische und das Vietnamesische parallel verwendet.
Chinesisch war jedoch in erster Linie Schriftsprache in Literatur und Wissenschaft (vietnamesische
Literatur). Ferner galt es bis Mitte der 1920er Jahre (wie das Französische
während der gesamten Kolonialzeit) als offizielles Kommunikationsmittel in der Verwaltung. Die moderne vietnamesische Schrift
enthält Wortgut aus dem Chinesischen, dem Französischen und dem Englischen.
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V I E T N A M E S I S C H E K U N S T
Die
Kunst der heute und einst auf dem gegenwärtigen Staatsgebiel
Vietnams lebenden Völker (Vietnamesen, Cham, Taiund Mon-Khmer-Gruppen).
Die ältesten Zeugnisse künstlerischer Betätigung gehen auf die Dongsonkultur
zurück. Aus dem 7.Jh. sind erste, einen einheitlichen Stil
vertretende Sandsteinskulpturen der Chamkunst vertreten. Die Kunst
Nord-Vietnams war vom Buddhismus und der Kunst Chinas beeinflußt. Im 8./9.Jh. entstand
der erste vietnamesische Kunststil, in dem eigene künstlerische Traditionen mit
Formelementen aus China, Champa, Indien und Zentralasien verschmolzen
wurden. Vorherrschend ist die Sakralarchitektur; die Skulptur ist stark
indisch beeinflußt. Bedeutend ist auch die hochentwickelte Keramik
(glasierte Terrakotta). Unter der späten Dynastie Li (Ly, 1009-1225)
erlebte die neue Hauptstadt Thang Long (heute Hanoi) einen Höhepunkt
vietnamesischer Kultur und Kunst. In Thanh Hoa wurde in Anlehnung an chinesische
Vorbilder wertvolle Keramik produziert. Aus der Zeit der späten Ledynastie
(1428-1788) stammen königliche Grabbauten und Kalkstelen, die mit Drachen,
stilisierten Ranken- und Blütenornamenten, Spiralen und Flammen dekoriert
sind. Die Grazie der schwingenden Linien wurde im Laufe des 16. und 17.Jh.
von geraden Linien und geometrischen Mustern abgelöst. Die Kunst unter der
Dynastie Nguyen (1802-1945) wird vor allemdurch die nach dem Muster Pekings
errichteten Palastbauten der Hauptstadt Huê repräsentiert. In
der modernen Kunst wird die Lackmalerei besonders gepflegt. Die Graphik erhielt
im Zusammenhang mit den politisch-ideolog Auseinandersetzungen zwischen Nord-
und Süd-Vietnam und mit der kommunistischen Umerziehung nach dem
Vietnamkrieg große Bedeutung. Im modernen Kunsthandwerk bemüht man sich,
alte Techniken der Schnitzerei und Perlmuttinkrustation neu zu beleben.
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V I E T N A M E S I S C H E L I T E R A T U R
In der vietnamesischen Literatur wird bis zum Beginn des 20.Jh. zwischen Van hoc
mieng (mündlicher Literatur) und Van hoc bac hoc (Gelehrtenliteratur)
unterschieden. Bereits die mündliche Literatur, auch Van hoc dan gian
(Volksliteratur) genannt, zeigt eine Vorliebe für den Vers. Die Mehrzahl der Gattungen
und Genres der Volksliteratur ist in Reimform überliefert, z.B. das
Cheo (Volkstheater), das Mua roi nuoc (Wassermarionettentheater mit auf
langen Holzleisten montierten Marionetten, die von Spielern auf
der Wasseroberfläche in einem Bühnenbild bewegt werden), der intonierte
Sinn- oder Lehrspruch, der alternierend vorgetragene Liebesgesang sowie z.T.
auch die Fabel und das Märchen.
Mit der Überwindung der 1'000jährigen chinesischen Herrschaft (111 v.Chr.-939 n.Chr.) und der
Gründung des ersten vietnamesischen Staates (968) waren günstige Bedingungen
für die Entwicklung einer vietnamesischen Literatur entstanden. Die Eröffnung der ersten Universität
in Hanoi (1076) unterstrich die Bestrebungen der
Vietnamesen nach Eigenständigkeit. Dennoch blieb die vietnamesische Literatur nicht unbeeinllußt von ihrem
nördlichen Nachbarn. Vom 10. bis zum Anfang des 15.Jh. wurden die Werke
der Gelehrtenliteratur fast ausschließlich in chinesischer Sprache (chu Han) verfaßt, obgleich
seit dem 13.Jh. eine vietnamesische Schriftsprache (chu Nom) existierte.
Auch Stoffe, Symbole und vor allem Genres der chinesischen Literatur
wie Weissagung, episches Gedicht, königlicher Erlaß u.a. fanden sich in der vietnamesischen Literatur wieder.
Aus dieser Zeit sind nur wenige Texte erhalten, z.B. religiös geprägte
Bekenntnisse zum Buddhismus und Taoismus (10./11.Jh.), patriotische Verse von LY
THUONG KIET (11.Jh.), eine Geschichte von Dai Viet in 30 Bänden von LE VAN HUU
(13.Jh.) oder die bedeutsame Sammlung von Legenden, Sagen, historischen
Berichten und Biographien von LY TE XUYEN (14.Jh.), >Viet Dien U
Linh< (deutsch >Unsichtbare Mächte im Lande der Viet<). Nach dem Sieg
über die Armee der Mingdynastie (1428), die einen Großteil der vietnamesischen Literatur
systematisch vernichtet hatte, entwickelten sich sowohl der vietnamesische
Staat als auch Kunst und Kultur erstmals zur vollen Blüte. Der
Konfuzianismus wurde Staatsdoktrin, und damit kam der Literatur eine
herausragende Rolle zu; so bestand die konfuzianische Beamtenprüfung fast
ausschließlich aus literarischen Fächern. Auch die vietnamesische Schriftsprache
durfte offiziell verwendet werden. NGUYEN TRAI (* 1380,t 1442) gehört zu
den Literaten, die sowohl in vietnamesischer als auch in chinesischer Sprache
schrieben. Neben zahlreichen Gedichtsammlungen und dem ersten geographischen
Werk in vietnamesischer Sprache verfaßte er 1428 die berühmte >Binh Ngo dai
cao< ( deutsch >Proklamation über die Befriedung der Ngo<). Obgleich
der vietnamesische Staat in den folgenden Jahrhunderten ständig durch Krisen,
Kriege und Machtkämpfe geschwächt wurde, entwickelte sich die vietnamesische Literatur
dynamisch und vielfältig. Das Gattungssystem, bestehend aus Versliteratur,
Parallelliteratur (Mischung zw. Vers und Prosa) und Prosa, stabilisierte
sich und trat in fast allen Genres, außer in denen der Prosa, zweisprachig
auf. Eines der bedeutendsten Werke in chu Nom legte NGUYEN BINH KHIEM (*
1491,t 1585) vor. >Bach Van am thi tap< (Gedichtsammlung in der
Pagode >weiße Wolke<), mehrere hundert Gedichte, in denen er die
persönliche Befindlichkeit im selbstauferlegten Asyl (in der Pagode >weiße
Wolke<) und die Zustände seiner Zeit festhielt. Nach ihrer Anerkennung
als Literatursprache wurde chu Nom zunehmend benutzt, um Kritik gegenüber
dem Staat zu äußern. Das führte dazu, daß Werke in Nom nicht nur zensiert
(16. Jh.) wurden, sondern im 17.Jh. auch verboten waren. Dennoch entstand
Ende des 17.Jh. das umfangreichste Nom Werk der vietnamesischen Literatur u. d. T.
>Thien Nam ngu luc< (Annalen des göttlichen Südens), worin ein
unbekannter Autor (in über 8'000 Verszeilen) die sozialen Lebensbedingungen
der Menschen im krisengeschüttelten Vietnam beschreibt. Im 18.Jh. standen die
freie Entfaltung der Persönlichkeit, die unterdrückte Stellung der Frau,
die Scheinheiligkeit der Mönche und die heuchlerische Moral der Beamten im
Mittelpunkt der vietnamesischen Literatur. Die Dichterinnen DOAN THI DIEM (* 1705, t 1748) und
HO XUAN HUONG (Ende 18. bis Mitte 19.Jh.) waren die wichtigsten Vertreter
dieser Literatur. In dieser Zeit entstanden in der Versliteratur (in Nom)
zahlreiche neue Genres. Besonders der Versroman (als Volks- und Gelehrtenroman)
avancierte zur beliebtesten Gattung des 18. und 19.Jh. Der Dichter NGUYEN
DU (* 1765. t 1820) schuf mit seinem Versroman >Truyen Kieu< (Anfang
19.Jh.; dt. >Das Mädchen Kieu<) das bis dahin bedeutendste Sitten-
und Gefühlsgemälde der Vietnamesen, das sprachlich eines der schönsten
Werke der vietnamesischen Literatur darstellt.
Im 20. Jh. kam es vor allem durch europäische Einflüsse zu
einer völligen Veränderung des vietnamesischen Gattungssystems. Vers- und Parallelliteratur
wurden durch eine moderne Epik und Dramatik verdrängt. Die
Sprengung der strengen Regeln der Dichtkunst ließ auch eine neue Lyrik entstehen.
Diese Prozesse waren etwa mit Beginn der 1930er Jahre abgeschlossen.
Neue literarische Methoden, die sich in realistischen, romantischen und revolutionären
Strömungen und Bewegungen niederschlugen, trugen zur Herausbildung
einer modernen vietnamesischen Literatur bei. NGUYEN CONG HOAN (* 1903,t 1977), KHAI
HUNG (* 1896,t 1947) und TO HUU (* 1920), wichtige Vertreter der verschiedenen
Richtungen, verdeutlichten mit ihren Werken die Vielfalt der Entwicklung
der vietnamesischen Lieteratur in den 1930er und 40er Jahren. In der Zeit des Vietnamkrieges
dominierten Lyrik und Kurzformen der Epik. Themen und Methoden
waren fast ausschließlich auf den Befreiungskrieg und die Herausbildung
des >neuen< Menschen im Sozialismus ausgerichtet. Die vietnamesischen
Lieteratur und ihre Vertreter wurden, wie zu Blütezeiten des Konfuzianismus, zu Vermittlern
politischer und ideologischer staatlicher Normen. Auch in Süd-Vietnam fanden
die Züge der modernen Literaturentwicklung der 1930er und 40er Jahre
keine Fortführung. Erst seit den 1980er Jahren bekam die vietnamesischen Lieteratur durch
Schriftsteller wie LE LUU (* 1942), MA VAN KHANG (* 1936), NGUYEN HUY
THIEP (* 1950), DUONG THU HUONG (* 1947) u. a. neue Impulse. Besondere
Merkmale ihrer Werke sind die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen
Geschichte, die Widersprüchlichkeit und Verschiedenheit der literarischen
Figuren sowie das Ausbrechen aus der Enge der rein vietnamesischen Themen.
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V I E T N A M E S I S C H E M U S I K
Die seit dem 10.Jh. historisch
faßbare vietnamesische Musik ist von der indischen und der chinesischen Musikkultur geprägt. Bis ins 15.Jh. überwogen eher die indischen, bis zum 18.Jh. dann die chinesischen Einflüsse, während vom 19.Jh. bis zur Gegenwart im Kontakt auch mit der Musik des Abendlandes sich ein verhältnismäßig eigenständiger nationaler Stil herausbildete. Der musikalische Synkretismus Hinterindiens spiegelt sich sowohl im vietnamesischen
Instrumentarium als auch in den Gattungen der Volks- und Kunstmusik wieder. Zu den archaischen Musikinstrumenten chinesischer Herkunft gehören die Mundorgel (senh) und die Klangplatten-Spiele
aus Stein (bien khanh) oder Metall (huyen phuong huong). Dem indischen Kulturraum entstammt die zweifellige Trommel (trong com). Indischer Musizierpraxis verpflichtet sind die
traditionellen improvisator. Vorspiele (rao bzw. zao) sowie die rhythmischen Formeln als Basis der stets binären, gelegentlich polyrhythmischen zeitlichen Strukturierung.
Die vietnamesische Musik beruht auf einer halbtonlosen pentatonischen Skala, bestehend aus den neun Tönen ho-xuxang-xe-cong-liu-u-xang-xe (angenähert temperiert: c-d-f-g-a-c'-f'-g'), aus denen zwei-, drei-, vier und fünftönige Skalen mit oder ohne zusätzlichen Zwischentöne gebildet werden. In der Kunstmusik beherrschen zwei modale Typen (bac, Fröhlichkeit ausdrückend,
und nam, Ruhe und Melancholie provozierend) in vielfältiger Differenzierung die Musik, dabei dem Prinzip des indischen Raga näherstehend als den abendländischen Tonarten. Die rituellen Gattungen der Hofmusik (quan nhac, nha nhac oder nhac dai noi) von Huê sind heute ebenso vom Aussterben bedroht wie die traditionelle Theatermusik (hat tuong, hat boi), während die volkstümliche Kultmusik (buddhistisch und caodaistisch) und die regional unterschiedliche Unterhaltungsmusik weiterleben. Unter westlichem Einfluß ist die >erneuerte Musik< (nhac cai cach) entstanden, die auch der Theatermusik (hat cheo im N, hat cai luong im S) Auftrieb gab.
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Traditionelle vietnamesische Instumental-Musik von Phong
Nguyêñ Titel des Stücks:
Bac (Freude) |
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